/So analysierst du eine Stellenanzeige für einen Ausbildungsplatz

So analysierst du eine Stellenanzeige für einen Ausbildungsplatz

Viele Unternehmen haben bereits ihre Ausbildungsplätze für 2017 ausgeschrieben, die in den regionalen und überregionalen Tageszeitungen sowie auf unterschiedlichen Karriereportalen zu finden sind. Neben der Bezeichnung des Ausbildungsberufes sind in der Stellenanzeige weitere Informationen zum Unternehmen, zur Ausbildung und zur Bewerbung veröffentlicht. Diese Inhalte werden als Subtext bezeichnet. Wie du die angegebenen Informationen optimal für deine Bewerbung entschlüsseln und nutzen kannst, stellt dir unser Partner AUBI-plus heute vor.

Aufbau einer Stellenanzeige

Beim Lesen von unterschiedlichen Stellenanzeigen ist dir bestimmt schon aufgefallen, dass manche Anzeigen viele Informationen zum Unternehmen und zur ausgeschriebenen Stelle enthalten, andere manchmal nur die notwendigsten Eckdaten. Das liegt daran, dass es jedem Ausbildungsbetrieb selbst überlassen ist, in welcher Fülle er diese Informationen veröffentlichen möchte. Dennoch folgt der Aufbau einer Stellenanzeige immer dem gleichen Muster:

  • Unternehmensvorstellung mit Informationen zu Branche, Standort, Größe, Produkten, etc.
  • Jobtitel (z.B. Auszubildender zum Papiertechnologen)
  • Einstellungstermin (in der Regel beginnt die Ausbildung zum 1. August oder 1. September)
  • Dauer der Beschäftigung (die meisten dualen Ausbildungsgänge haben eine Dauer von 3 Jahren)
  • Tätigkeitsbeschreibung (z.B. welche Ausbildungsinhalte dir vermittelt werden und welche Fachabteilungen du während deiner Ausbildung durchläufst)
  • Arbeitsbedingungen (z.B. wöchentlicher Unterricht in der Berufsschule oder Blockunterricht)
  • Voraussetzungen (Muss-Qualifikationen, beispielsweise der erforderliche Schulabschluss oder Fachkenntnisse)
  • Zusatzqualifikationen (Kann-Qualifikationen, beispielsweise erste Erfahrungen durch ein Schülerpraktikum)
  • Leistungen des Ausbildungsbetriebes (beispielsweise Ausbildungsvergütung, Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld, Sozialleistungen)
  • Bevorzugte Bewerbungsart (z.B. per Post, per E-Mail, per Online-Formular)
  • Persönlicher Ansprechpartner bei Rückfragen
  • Empfangsadresse

Analyse einer Stellenanzeige

Bei der Suche nach einer Ausbildung durchforstest du viele Stellenanzeigen. Falls du eine Ausschreibung interessant findest, lies dir diese mehrmals aufmerksam durch. Eine vertrauenswürdige Anzeige enthält die oben beschriebenen Informationen zum Unternehmen, zur Ausbildung und zum Bewerbungsprozess. Falls wichtige Angaben fehlen, solltest du bei dem Unternehmen anrufen und nachfragen.

Die Informationen sind für die Formulierung deiner Bewerbungsunterlagen sehr wichtig. Insbesondere auf die Angaben zu den Muss- und Kann-Qualifikationen solltest du als Bewerber in deinem Anschreiben und Lebenslauf eingehen. Viele Personaler nutzen zum Beispiel Computerprogramme, um die Kandidaten nach ihren Qualifikationen zu filtern.

Unterscheidung der Muss- und Kann-Anforderungen

Sogenannte Muss-Anforderungen sind für die ausgeschriebene Stelle absolut notwendig und als Bewerber solltest du diese auch mitbringen. In der Regel werden Muss-Anforderungen an erster Stelle genannt, wobei du sie an bestimmten Formulierungen erkennen kannst: „Sie bringen … mit, „…sind erforderlich“, „Voraussetzungen sind…“, „Wir erwarten …“. Auch Wörter wie „notwendig“, „unabdingbar“ oder „zwingend“ helfen dir, Muss-Anforderungen ausfindig zu machen.

Kann-Anforderungen hingegen sind gewünschte Qualifikationen seitens des Unternehmens. Diese bilden keine notwendige Voraussetzung für die Ausbildung. Folgende Formulierungen können z.B. für sie gewählt werden: „Wünschenswert…“, „Idealerweise…“, „Erste Erfahrungen im Bereich…“.

Wenn du beim Lesen der Stellenanzeige bereits merkst, dass du nicht alle Anforderungen mitbringst, ist das nicht weiter schlimm. Wenn du 60 bis 70 Prozent der Anforderungen erfüllst, lohnt es sich bereits, dich auf den ausgeschriebenen Ausbildungsplatz zu bewerben.

Tipp: Um eine Übersicht über die Anforderungen zu erhalten, empfiehlt es sich, die Muss- und Kann-Anforderungen separat auf einem Blatt zu notieren. Anschließend kannst du dein Anschreiben gezielt auf das Unternehmen und den Ausbildungsberuf ausrichten und die gewünschten Anforderungen mit Beispielen aus deinem bisherigen Werdegang untermauern.

Mit einer individuellen Bewerbung, die sich konkret auf die Stellenanzeige bezieht, hebst du dich von den Massenbewerbungen ab und erhöhst deine Chancen auf ein Vorstellungsgespräch bei dem Ausbildungsbetrieb.