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Kleider machen Leute!

Der Spruch „Kleider machen Leute“ ist viel mehr als nur eine Redensart. Schließlich zählt deine Kleidung mit zu dem ersten Eindruck, den du auf Ausbilder, Kollegen oder Kunden machst. Frisch gewaschene Haare, eine ordentliche Frisur, saubere Kleidung, dezenter Schmuck und Make-up sind bereits beim Bewerbungsfoto und Vorstellungsgespräch von Bedeutung. Auch im späteren Arbeitsalltag und bei Kundenterminen ist es wichtig, dass du passend gekleidet bis. Doch was gehört je nach Beruf und Branche in den Kleiderschrank?

Das trägst du am ersten Arbeitstag

Der Ausbildungsvertrag ist unterzeichnet, dein erster Arbeitstag rückt immer näher. Und damit auch die Frage, was du am besten zur Arbeit anziehen sollst. Damit es gar nicht erst zu dieser Frage kommt, solltest du dich am besten schon im Vorstellungsgespräch nach dem Dress-Code erkundigen. Manchmal wirst du nach dem Vorstellungsgespräch auch herumgeführt, um dir den Ausbildungsbetrieb zu zeigen. Dieser Rundgang ist eine tolle Möglichkeit, zu beobachten, wie die anderen Mitarbeiter gekleidet sind. Daran kannst du dich dann orientieren.

Insgesamt kann dein Outfit am ersten Arbeitstag etwas legerer sein als das, was du beim Vorstellungsgespräch getragen hast. Im Zweifelsfall solltest du dich aber lieber zu schick als zu lässig kleiden. In den ersten Tagen kannst du dann deine neuen Kollegen beobachten und dich modisch anpassen.

Kleidung bei Kundenterminen

Deine Kleidung bei wichtigen Kundenterminen sollte sauber und ordentlich sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Termin beim Kunden selbst oder in den Geschäftsräumen deines Ausbildungsbetriebes stattfindet. Bei Terminen sollte deine Kleidung etwas klassischer und schicker sein als diejenige, die du üblicherweise trägst. Bluse statt T-Shirt, dunkle (Stoff-)Hose statt Blue Jeans, Blazer oder Jackett und natürlich saubere Schuhe! Ob es gleich ein Kostüm oder Anzug mit Krawatte sein muss, ist von der Branche und deinem Unternehmen abhängig. Am besten, du orientierst dich an deinen Kollegen und fragst bei älteren Auszubildenden nach!

Berufstypische Kleidung

Für manche Berufe ist eine persönliche Schutzausrüstung vorgeschrieben. Diese sog. PSA dient dem Schutz vor (extremer) Hitze oder Kälte, Chemikalien, Strahlung, Staub, Funkenbildung und anderen Gefahren. Beispiele einer PSA sind Helm, Sicherheitsschuhe, Schutzanzüge, Handschuhe, Schutzbrillen und Atemschutz. Die gute Nachricht: Diese Dinge musst du nicht selber kaufen. Dein Ausbildungsbetrieb hat eine sog. „Bereitstellungspflicht“ und muss die Kosten für die Ausrüstungsgegenstände tragen.

Anders sieht es in Branchen wie der Gastronomie oder bei Verkehrsbetrieben aus: Die Uniformen der Mitarbeiter dienen nicht dem Gesundheitsschutz bzw. der Unfallverhütung, sondern vielmehr der Identifikation mit dem Unternehmen. Für die Gäste bzw. Passagiere ist es auf den ersten Blick ersichtlich, wer zum Personal gehört und wer nicht. Außerdem dienen Uniformen der Öffentlichkeitsarbeit, denn häufig werden das Logo der Firma, ein Slogan und andere Dinge auf die Kleidungsstücke gedruckt. Bei Uniformen ist es Ermessenssache, ob dein Unternehmen die Kosten trägt. Hinweise zu Dienstkleidung und Kostenübernahme findest du in deinem Arbeitsvertrag, in der Betriebsordnung oder im Tarifvertrag.

Insbesondere in Berufen mit viel Kundenverkehr wie in der Banken- und Versicherungsbranche musst du einen Anzug oder Kostüm tragen. Diese Kleidung musst du wie deine normale Straßenkleidung selber kaufen. Allerdings erwartet niemand von dir einen teuren Maßanzug; ein Anzug „von der Stange“ ist absolut ok.

Steuertipps

Tipp 1: Die Anschaffung typischer Arbeitskleidung kannst du übrigens als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Wenn du z.B. in einem Pflegeberuf arbeitest, solltest du die Quittungen deiner weißen Kittel für deine Steuererklärung aufbewahren. Meistens lohnt sich der Papierkram: Im Durchschnitt zahlt das Finanzamt 875 Euro zurück!

Tipp 2: Bestimmt hast du schon vom 31. Mai als Abgabefrist für die Steuererklärung gehört. Diese Frist gilt jedoch nur für Personen, die zur Abgabe verpflichtet sind. Als Auszubildender gehörst du aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zu dieser Personengruppe, d.h. eigentlich musst du gar keine Erklärung abgeben. Dennoch kannst du deine Steuererklärung freiwillig machen. Dafür hast du vier Jahre Zeit!

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