/Am 3. Dezember ist Nationaler Dach-über-dem-Kopf-Tag in den USA – Aber woher kommen eigentlich die Dachziegel?

Am 3. Dezember ist Nationaler Dach-über-dem-Kopf-Tag in den USA – Aber woher kommen eigentlich die Dachziegel?

Kirchtürme, Wolkenkratzer, Anhöhen – in fast jeder Stadt gibt es einen Aussichtspunkt, von dem aus du auf die Gebäude und die Landschaft herabblicken kannst. Manchmal gleicht das Dächermeer einem bunten Flickenteppich, manchmal einer geschlossenen Decke aus roten Dachpfannen. Doch woher kommen eigentlich die Ziegel, die für das charakteristische Stadtbild sorgen? Unser Partner AUBI-plus stellt dir heute zwei Berufe vor, die zur Ziegelherstellung unentbehrlich sind: den Baustoffprüfer und den Industriekeramiker.

Seit Menschengedenken wurden Dächer mit örtlich vorkommenden Naturbaustoffen eingedeckt, wie beispielsweise Gräser, Schilf (Reet), Holz und Schieferplatten. Im Laufe der Zeit lösten Dachziegel diese Materialien ab, die aus Ton und Lehm gebrannt wurden.

Wenn du im Werk- bzw. Kunstunterricht selber einmal getöpfert hast und aus Ton etwas formen musstest, weißt du bereits, dass zur Verarbeitung Wasser benötigt wird: So bleibt die Tonmasse feucht und formbar. Trocknet sie zu sehr aus, wird sie porös und bröckelt auseinander. In dem noch weichen Zustand ist das Kunstwerk allerdings auch leicht anfällig für Macken und ungewünschte Verformungen. Du wirst den geformten Gegenstand behutsam zum Trocknen zur Seite gestellt haben, damit die Feuchtigkeit das Tongebilde beim Brennvorgang nicht zum Platzen bringt. Nach dem Trockenvorgang kam das Gebilde zum Brennen in den Ofen. In der nächsten Unterrichtsstunde konntest du dann dein Kunstwerk, nun vollkommen gehärtet, wieder in Empfang nehmen.

Die Herstellung von Ziegeln läuft vom Prinzip ähnlich ab. Längst werden die Ziegel jedoch nicht mehr von Hand, sondern industriell auf vollständig automatisierten Maschinen und Produktionsanlagen gefertigt. An dem Herstellungsprozess arbeiten mehrere Berufsgruppen, so auch der Industriekeramiker und der Baustoffprüfer.

Industriekeramiker

Für die Herstellung von Gegenständen aus Keramik bzw. Ton werden Anlagen und Maschinen eingesetzt, die die Rohstoffe formen, brennen und veredeln. Als Industriekeramiker Anlagentechnik bist du für diese Produktionsanlagen verantwortlich. Du richtest sie ein, bedienst sie oder rüstest sie um. Außerdem kümmerst du dich darum, dass die Anlage während des Herstellungsprozesses einwandfrei läuft, behebst Fehler und Störungen, wenn es einmal hakt und prüfst stichprobenartig die Qualität der Produkte.

Als Industriekeramiker Verfahrenstechnik bereitest du die Rohstoffe vor, gießt Formen zur Verarbeitung und stellst Glasuren her. Du bearbeitest die Rohlinge, überwachst ihren Trocknungs- bzw. Brennvorgang und vollendest den letzten Feinschliff. Viele Ziegel werden nach dem Brennen beispielsweise noch glasiert oder verziert.

Für die Ausbildung zum Industriekeramiker solltest du nicht der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen sein. Wichtig ist, dass du sorgfältig arbeiten kannst und technisches Verständnis mitbringst. Da die Arbeit körperlich anstrengend ist, ist eine physische Fitness wichtig. Hohe Temperaturen sollten dir nichts ausmachen. Insbesondere beim Industriekeramiker Verfahrenstechnik werden in der Ausbildung künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten gefördert, da diese für die Tätigkeit des Formens und Gestaltens notwendig sind.

Wenn du einen mittleren Bildungsabschluss hast, gute Noten in Mathe, Physik und Chemie vorweisen kannst und noch dazu Interesse an Technik besitzt, lohnt es sich, dir den Beruf des Industriekeramikers einmal genauer anzusehen. Als Hauptschüler hast du übrigens auch gute Chancen, diese Ausbildung zu beginnen.

Baustoffprüfer

Als Baustoffprüfer prüfst du, wie der Name schon sagt, Baustoffe wie Asphalt, Mörtel, Beton oder andere Stoffe der Industrie auf ihre Beschaffenheit und Einsatzfähigkeit. Hierfür entnimmst du Proben, misst und prüfst sie und dokumentierst deine Ergebnisse.

Für Ziegeleien prüfst du die Rohstoffe, die für die Ziegel verarbeitet werden, wie zum Beispiel Ton oder Lehm und schaust dir die fertigen Erzeugnisse an. In der Regel geben Hersteller bis zu 30 Jahre Garantie auf ihre Ziegel. Mindestens für diese Zeit ist die Qualität zu gewährleisten. Dabei stehen Ziegel mehreren Herausforderungen gegenüber: Nässe, Hitze und Frost zum Beispiel, die jedes Jahr an ihnen nagen und ihre Dichtigkeit auf die Probe stellen. Als Baustoffprüfer schaust du, ob die Ziegel den Witterungen standhalten und das Unternehmen seine Qualitätszusicherung geben kann.

Eine gewissenhafte und gründliche Arbeitsweise ist für diesen Beruf sehr wichtig. Wenn du diese vorweisen kannst, die mittlere Reife oder die Hochschulreife besitzt, gute Noten in Mathe, Physik und Chemie mitbringst und dich noch dazu für Technik interessierst, ist eine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz zum Baustoffprüfer für dich sicherlich interessant.

Beispielhafte Arbeitgeber

Die Eternit GmbH stellt energieeffiziente Gebäudehüllen her. An drei Standorten in Deutschland ist das Unternehmen vertreten: Heidelberg, Beckum sowie Neuburg/Donau. Bei dem Unternehmen werden jährlich knapp 15 Jugendlichen eingestellt, die eine Ausbildung oder ein duales Studium im gewerblich-technischen oder kaufmännischen Bereich antreten. Die Eternit GmbH bietet dir zehn Berufe zur Auswahl, die du erlernen kannst, darunter auch den des Baustoffprüfers.

Seit 130 Jahren besteht die CREATON AG, welche Tondachziegel herstellt. Der Hauptsitz liegt im bayrischen Wertingen. Zu dem Unternehmen gehören insgesamt 14 Werke an neun Standorten im Süden und Osten Deutschlands. Bei der CREATON AG kannst du eine Ausbildung zum Industriekeramiker Verfahrenstechnik machen. Darüber hinaus bietet sie dir noch weitere Ausbildungsmöglichkeiten aus dem gewerblichen und kaufmännischen Bereich sowie duale Studiengänge an.

Hintergrund zum Dach-über-dem-Kopf-Tag

Essen, Trinken, Kleidung und ein gemütliches Zuhause – all diese Dinge sind für uns selbstverständlich. Am National Roof Over Your Head Day sind wir dazu aufgerufen, inne zu halten und dankbar für das zu sein, was wir haben, anstatt uns darüber zu beklagen, was wir nicht haben. Schließlich gibt es genug Menschen, die Hunger leiden, kein Dach über dem Kopf haben und die kalten Wintertage alleine draußen auf der Straße verbringen müssen.