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Das bringt die Zukunft: Trends 2020

Autos fahren autonom? Roboter ersetzen unsere Arbeit? E-Mails werden unwichtig? Wir haben Unternehmen zu den Trends von morgen gefragt. Und die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt gleich noch mit ausgekundschaftet

2020 werden doppelt so viele Bio-Lebensmittel wie heute gekauft. Stimmt´s, Alnatura?
Wir hoffen es jedenfalls sehr, denn der Bio-Landbau ist die sinnvolle Alternative zur Agrarindustrie.
✖ Wir suchen vor allem Absolventen der Fachrichtungen BWL/Wirtschaftswissenschaften, Ökotrophologie/Lebensmittelwissenschaften, Logistik sowie jeglicher IT-orientierten Studiengänge. Zudem auch aus den Rechtswissenschaften oder anderen Studiengängen.
■ Der Bio-Markt wird sich in den nächsten Jahren stetig verändern. Daher sollten die Bewerber Flexibilität und Offenheit für Veränderungen mitbringen. Darüber hinaus sind Engagement, Begeisterung für Bio und ein ganzheitliches Denken für uns wichtig.
Thekla Behrens, Referentin Mitarbeitergewinnung, Alnatura


Ist 2020 Bargeld immer noch das wichtigste Zahlungsmittel, Sparkasse?

Das Bargeld wird bis 2020 auf keinen Fall verschwinden. Aufgrund der aktuellen Zinssituation und fehlenden Alternativen ist die Bereitschaft zur Bargeldhaltung groß.
■ Gerade für eine beratende Funktion ist es besonders wichtig, Gesprächsführung und Beratung von Grund auf zu lernen. Besonders wichtig für ein gutes Beratungsgespräch sind Empathie, Kommunikationsstärke und gutes Basiswissen.
Sabine Haberland-Hoffmann, Personal und Strategie, Sparkasse Krefeld

2020 wird es bereits regulär autonome Autos auf Autobahnen geben. Stimmt’s, Audi?
Wir würden es uns wünschen! Wenn das Auto der Zukunft automatisiert fährt, kann der Mensch seine Zeit an Bord anders nutzen. Wenn Autos miteinander und mit der Infrastruktur kommunizieren, kommt man außerdem schneller, bequemer und stressfreier ans Ziel.
✖ Insbesondere aus der Elektrotechnik sowie aus der IT, mit Kenntnissen im Bereich Machine Learning, Cloud Computing, Data Analytics und neue Fahrzeugarchitektur sowie Robotik. Außerdem suchen wir nach Ingenieuren für unsere Themen rund um die ›Smart Factory‹.
■ Gefragt ist eine neue, flexible Denkweise. Die Entwicklung eines neuen Autos endet längst nicht mehr mit der Produktion, sondern umfasst mittlerweile den gesamten Lebenszyklus eines Autos. Das bedeutet eine intensive Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der IT und aus dem Vertrieb.
● Es gibt in bestimmten Bereichen Engpassqualifikationen, in denen sich aufgrund einer geringen Zahl von Absolventen die Rekrutierung grundsätzlich schwieriger gestaltet.
Antje Maas, Leiterin Personalmarketing, Audi

Energieeffiziente Technologien und verbrauchsarme Fahrzeuge sind die logische Konsequenz aus der abnehmenden Verfügbarkeit natürlicher Rohstoffe. Stimmt’s, Daimler?
Nicht unbedingt. Kraftstoffeffiziente und emissionsarme Fahrzeuge sind die logische Konsequenz aus nachhaltigem Umweltbewusstsein. Sie tragen in erster Linie dazu bei, Mobilität auch für kommende Generationen sicherzustellen.
✖ Ingenieurwissenschaftler, aber auch Talente aus kaufmännischen Bereichen, der Informatik und geisteswissenschaftlichen Disziplinen.
● Fachübergreifende Arbeit wird noch intensiver werden. Für Absolventen bedeutet das, dass es noch wichtiger wird, neben hervorragenden Fachkenntnissen eine breit gefächerte Bildung mitzubringen und interdisziplinär zu denken.
Dr. Anna-Maria Karl, Leiterin Global Talent Sourcing, Daimler

2020 wird die Mehrheit aller Urlaubsbuchungen im Internet durchgeführt werden. Stimmt´s, TUI?
Nicht ganz. Derzeit ist für die Mehrheit unserer Kunden das Reisebüro Kontaktpunkt Nummer eins und wir gehen davon aus, dass dies auch 2020 der Fall sein wird. Aber die Erwartungen und das Einkaufsverhalten verändern sich: Rund 80 Prozent informieren sich im Internet und buchen im Reisebüro. Daher ist für uns die Verzahnung von Online und Offline wichtig.
✖ Absolventen mit einer medialen und digitalen Ausrichtung, zum Beispiel aus den Fachbereichen (Wirtschafts-)Informatik, Wirtschaftswissenschaften, (Online-)Marketing und Tourismusmanagement.
■ Digitales und mediales Know-How gepaart mit Kundenorientierung sowie Kommunikations- und Teamfähigkeit. Aber auch analytische Methodenkompetenz, Ergebnisorientierung und unternehmerisches Denken.
Yvonne Schumann, Leiterin HR Business Partner, TUI


Sichere und saubere Energiegewinnung entwickelt sich zu einem der wichtigsten Zukunftsthemen. Hinzu kommt die abnehmende Verfügbarkeit natürlicher Rohstoffe, stimmt’s?
Richtig. Wirtschaftsprozesse benötigen Ressourcen und die Verbrennung fossiler Energieträger verursacht den Klimawandel. Wirtschaft und Gesellschaft müssen sich dieser Herausforderung stellen. Laut aktueller Studien sehen weltweit über 90 Prozent der CEOs Nachhaltigkeit als Schlüssel zum Erfolg.
✖ Absolventen aus Studiengängen zum Nachhaltigkeitsmanagement, denen Zukunftsfragen bewusst sind und die über Tools zur Gestaltung nachhaltiger Lieferketten, der Bewertung von Umweltauswirkungen oder zur Einrichtung eines Umweltmanagementsystems verfügen.
■ Fundiertes Wissen über die Gestaltung nachhaltiger Abläufe in allen Betriebsbereichen. Hierzu gehört ein Verständnis für wirtschaftliche Abläufe und ihre Einbettung in ökologische Rahmenbedingungen.
Prof. Dr. Sylvie Geisendorf, Akademische Leiterin des Masterprogramms International Sustainability Management, ESCP Europe Business School Berlin

2020 werden E-Mails durch Instant-Messaging-Dienste und Social-Media-Kommunikation ersetzt sein. Stimmt´s, Microsoft?
Moderne Technologien eröffnen uns völlig neue Welten des Arbeitens. Soziale Netzwerke werden die E-Mail aber wohl nicht so schnell komplett ersetzen. Dennoch wird sich ein Gros der Kommunikation, die heute noch per Mailaustausch erfolgt, nach und nach in andere (Echtzeit)kanäle verlagern.
✖ Wir suchen Wirtschaftswissenschafter, (Wirtschafts-)informatiker oder Ingenieure, egal ob Bachelor oder Master.
■ Bewerber sollten Interesse an digitalen Themen wie IoT, Cloud-Computing oder Industrie 4.0 mitbringen. Außerdem sollten sie Spaß an Sales- und Marketing-nahen Rollen haben.
● Absolventen mit der richtigen Mischung aus technischem Fachwissen und sozialen Kompetenzen werden nicht nur bei Microsoft händeringend gesucht. Laut Branchenverband BITKOM fehlen der deutschen Wirtschaft rund 43.000 IT-Experten (Stand: September 2015).
Esther Löb, Talent Acquisition Lead, Microsoft

Bis 2020 ersetzen Roboter fünf Millionen Jobs. Stimmt´s, Kuka?
Eigenschaften wie menschliche Intelligenz und Kreativität werden Roboter in absehbarer Zeit nicht bieten. In der Fabrik der Zukunft steht der Mensch im Mittelpunkt, der Roboter übernimmt eintönige oder körperlich anstrengende Aufgaben. Es werden vielleicht einige Berufsbilder verschwinden, dafür aber neue entstehen.
✖ Absolventen der Ingenieurswissenschaften, aber auch Softwareexperten. Insgesamt gibt es in den internen Bereichen aber einen bunten Mix verschiedenener Fachrichtungen.
■ Für ein globales Unternehmen sind zum Beispiel kulturelle Offenheit und Kommunikationsfreude wichtig. Und: Wir wünschen uns Bewerber, die mit anpacken und mitdenken.
● Spezialisierungen, aber auch das Thema Weiterbildung sowie interdisziplinäre Zusammenarbeit werden in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.
Dr. Frank Weinand, Personalleiter Deutschland, Kuka

2020 zahlen wir alle mobil. Stimmt’s, Klarna?
Wir sind überzeugt davon, dass bis 2020 die meisten Online-Shopper tatsächlich mobil zahlen werden. Schon heute beobachten wir, dass 50 Prozent der Einkäufe via Klarna Checkout über mobile Endgeräte erfolgen – Tendenz steigend.
✖ In Linden suchen wir vor allem Informatiker, in München und Köln Wirtschaftsinformatiker.
■ Bewerber sollten Interesse an der digitalen Wirtschaft, Innovation und der agilen Softwareentwicklung mitbringen.
● Die Spezialisierung der Digitalbranche auf Lösungen für mobile Endgeräte erhöht den Bedarf an Fachkräften dauerhaft. Nachwuchskräfte sollten daher stets auf dem neuesten Stand sein und ihr Wissen weiterentwickeln.
Dr. Jens Lütcke, Senior Vice President, Klarna DACH und Geschäftsführer Sofort GmbH

2020 errechnen Einkaufswagen automatisch den Gesamtpreis, Kassen werden unwichtiger. Stimmt´s, ALDI SÜD?
Fest steht, dass die Digitalisierung den Arbeitsmarkt generell beeinflussen wird, jedoch nicht in welchem Umfang.
✖ Vor allem Fachkräfte aus dem IT-Bereich und den Wirtschaftswissenschaften.
● Wir sind davon überzeugt, dass die Digitalisierung unsere Mitarbeiter mit ihren vielfältigen Fähigkeiten nicht ersetzen kann. Jedoch werden sich die Anforderungen zum Beispiel in Hinblick auf die Qualifizierung verschieben.
Anja Königstein, Manager HR Marketing, ALDI SÜD

2020 wird jedes zweite Haus ein Smart Home sein. Stimmt´s, Telekom?
Der Markt ist reif und die Kundenbedürfnisse dafür sind gegeben. Schon heute sind pro Haushalt durchschnittlich neun vernetzte Geräte im Einsatz. Wir glauben, dass es bis 2022 über 500 Geräte pro Haushalt werden können.
✖ Vor allem Informatiker, Ingenieure, Techniker und Naturwissenschaftler. Alle, die Lust auf Cloud, Big Data oder M2M und genauso gerne mit Technik wie mit Menschen zu tun haben.
■ Talente mit unternehmerischem Kopf und Start-Up-Geist, begeisterungsfähige Quer-, Neu- und Allesdenker, die Lust auf Innovationen haben.
Birgit Schmidt, Leiterin Professional Recruiting ICT, Telekom

Durch die vollständige Digitalisierung der Informationsbeschaffung vor Kaufentscheidungen müssen Marketing- und Vertriebsexperten perfekt zusammenarbeiten. Nur so können Kunden und Marktanteile gewonnen werden, stimmt’s?
Wer heute etwas benötigt, ruft nicht beim Verkäufer an, sondern sucht online. Für Vertriebsexperten bedeutet das, dass sie ihren Kunden ins Internet folgen müssen. Dies wiederum setzt Verständnis für den Entscheidungsprozess des Kunden voraus. Marketing und Sales können daher in Zusammenarbeit ihren Erfolg deutlich steigern.
✖ Gefragt sind Vertriebler mit Verständnis für Marketingaufgaben und dem Wunsch, diese mitzugestalten.
■ Sie sollten ein Interesse und Verständnis für alle digitalen Instrumente des Kaufprozesses haben, von Social Media sowie Content-Marketing über Mobile-Optimierung und Shop-Applikationen bis hin zu Kundenservice und -bindung.
Prof. Dr. Frank Jacob, Akademischer Leiter des Masterprogramms International Sales Management, ESCP Europe Berlin